Vertrags- und Gehaltsverhandlung – zähes Ringen muss nicht sein

Sie haben das Vorstellungsgespräch erfolgreich bestritten und sind selbst davon überzeugt, in diesem Unternehmen Ihre nächsten beruflichen Schritte gehen zu wollen. Nun folgt der häufig ungeliebte Teil des Kennenlernens – die Klärung der vertraglichen Vereinbarungen wie Gehalt, Arbeitszeiten, Urlaubstage und andere Zusatzleistungen und Benefits: die Gehaltsverhandlung.
Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie den unangenehmen Beigeschmack der Gehaltsverhandlung umgehen und für alle Seiten den Grundstein einer erfolgreichen Zusammenarbeit legen.

Eigenes Zielgehalt im Vorfeld realistisch definieren

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Vertragsverhandlung ist, sich selbst über seine Gehaltsvorstellung klar zu werden. Wie viel möchten/müssen Sie verdienen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Was ist Ihr Know-How und Ihre Erfahrung in Ihren Augen wert? Welche Anhaltspunkte geben Ihnen öffentliche Gehaltsvergleiche im Internet? Diese Fragen sollten Sie sich in Ruhe im Vorfeld selbst beantworten und erst dann in die Gehaltsverhandlung starten.
Selbstverständlich sollte dem gegenüberstehen, was Sie bereit sind dafür zu geben. Welche Qualifikationen und Erfahrungen bringen Sie mit? Was darf das Unternehmen von Ihnen erwarten? Auch diese Fragen sollten Sie sich beantworten und dieses Commitment auch an Ihren neuen Arbeitgeber formulieren.

Empathie für den Gegenüber steigern den Erfolg für beide Seiten

Häufig ist die zentrale Motivation für den Jobwechsel die Verbesserung der persönlichen Rahmenbedingungen. Mit dieser Erwartungshaltung kommen die Bewerber auf ein Unternehmen zu und formulieren ihre Wünsche. Im Unternehmen gibt es ebenfalls Budgets und das Streben nach Gehaltshygiene innerhalb von Abteilungen. Somit stehen sich zwei Parteien gegenüber, die unterschiedliche Ziele in der Gehaltsverhandlung verfolgen. So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Um Ihren Standpunkt als Bewerber etwas flexibler zu gestalten, empfiehlt es sich auch über alternative Vertragsbestandteile nachzudenken, die Ihnen wichtig sind und einen Geldwert für Sie ersetzen können z.B. die Wochenarbeitszeit, Urlaubstage oder andere Vereinbarungen. Gleichzeitig ist es wichtig sich als Bewerber zu verdeutlichen, was das Unternehmen möchte – was sind die Ziele, Hoffnungen und Erwartungen, die Ihre neue Führungskraft mit Ihrer Einstellung verbindet? Was davon können Sie nachvollziehen und erfüllen? Wenn Sie die Beweggründe Ihres Gegenübers verstehen und sich bewusst machen, können Sie in der Gehaltsverhandlung darauf eingehen oder durch gezielte Formulierungen Kompromissbereitschaft erzeugen. Mit diesem dritten Schritt zur erfolgreichen Vertragsverhandlung schaffen Sie es, dass Sie den Mehrwert der Verhandlungen für beide Seiten erhöhen und eine Win-Win-Situation erzeugen.

Grundsätzliche Tipps bei Gehaltsverhandlungen

  • Bei der Frage nach Ihren Gehaltsvorstellungen nennen Sie einen festen Wert und keine Spanne, denn damit nimmt Ihr Gegenüber automatisch den unteren Wert als Richtlinie an.
  • Nennen Sie einen „krummen Betrag“ wie bspw. 54.760€ p.a., denn hiermit machen Sie deutlich, dass Ihre Erwartung auf konkreten Berechnungen fußt und Ihr Gegenüber neigt zu kleineren Verhandlungsschritten bis zum nächsten „glatten Wert“.
  • Formulieren Sie Ihre Erwartungen selbstbewusst und überzeugt als Aussage und nicht als Frage. Ihre Gehaltsvorstellung ist Ihr Preis für Ihre Leistung – das sollte Ihnen nicht unangenehm sein.
  • Informieren Sie sich im Detail zum Thema Verhandlungen.

Sie möchten sich zum Thema Gehaltsverhandlung Hilfestellung einholen? Wir bereiten Sie gern im Rahmen eines Coachings auf dieses wichtige Gespräch vor.